Das Wichtigste in Kürze
- Drei Ebenen: Kampagne (Funnel-Phase), Anzeigengruppe (Ziel und Zielgruppe), Anzeige.
- Eine Kampagne pro Funnel-Phase, ein Ziel pro Anzeigengruppe. Nicht alles in eine Anzeigengruppe werfen.
- Profilsprache auf Englisch im Targeting, das erreicht auch die DACH-Profile.
- Gebot manuell, 30 Prozent unter der LinkedIn-Empfehlung starten und langsam erhöhen.
- Vor dem Launch: Insight Tag und Conversion-Tracking müssen feuern.
Der Campaign Manager wirkt beim ersten Mal überladen, aber im Kern ist ein sauberes Setup nur eine Handvoll Entscheidungen in fester Reihenfolge. Wer sie kennt, baut in einer halben Stunde eine Kampagne, die von Tag eins an verwertbare Daten liefert. Wer sie überspringt, verbrennt die erste Testphase an vermeidbaren Fehlern. Diese Anleitung setzt voraus, dass die strategische Vorarbeit steht: dass LinkedIn zu deinem Angebot passt, die Voraussetzungen erfüllt sind und du weißt, welchen Funnel du überhaupt baust. Ab hier geht es nur noch ums Handwerk.
Die Struktur des Campaign Managers
LinkedIn-Werbung ist in drei Ebenen aufgebaut, und dieses Gerüst zu verstehen erspart die meisten Anfängerfehler:
- Kampagne: die oberste Ebene. Sie klammert, gesteuert wird eine Ebene tiefer. Faustregel: eine Kampagne pro Funnel-Phase, also je eine für Aufmerksamkeit, Nurturing (Kontakte über Content aufwärmen) und Conversion.
- Anzeigengruppe: hier wählst du das Ziel, die Zielgruppe, das Format und das Gebot. Ein Ziel pro Anzeigengruppe.
- Anzeige: das Creative und der Text, den die Zielgruppe am Ende sieht. Pro Anzeigengruppe mehrere Anzeigen zum Testen.
Schritt für Schritt zur ersten Kampagne
- Kampagne anlegen. Benenne sie nach der Funnel-Phase und setze Budget und Zeitraum. Für den Start reicht eine Kampagne, mit wachsendem Budget kommen die weiteren Phasen dazu.
- Anzeigengruppe anlegen und Ziel wählen. Awareness und Video-Views oben im Funnel, Website-Besuche oder Engagement in der Mitte, Lead-Generierung oder Website-Conversions unten. Das Ziel bestimmt, welche Formate und Gebotsoptionen LinkedIn dir anbietet.
- Zielgruppe definieren. Stell die Profilsprache auf Englisch, das erreicht auch die vielen DACH-Profile auf Englisch. Kombiniere Position oder Tätigkeitsbereich mit Branche und Unternehmensgröße. Wichtig: die automatische Zielgruppenerweiterung ausschalten und als Startgröße 30.000 bis 80.000 anpeilen. Speichere die Zielgruppe als Vorlage. Die Details stehen beim LinkedIn Ads Targeting.
- Format wählen. Für den Einstieg ist die Single Image Ad das Arbeitspferd, sie sieht am ehesten aus wie ein organischer Post. Welches Format wofür passt, zeigt der Überblick der LinkedIn Anzeigenformate.
- Gebot und Budget setzen. Nimm ein manuelles Gebot und starte 30 Prozent unter dem von LinkedIn vorgeschlagenen Betrag. Wie du das Gebot danach steuerst und hochtastest, steht beim Kampagnen optimieren. Wie du den Rahmen rechnest, steht bei den Kosten von LinkedIn Ads.
- Anzeige bauen. Die ersten rund 150 Zeichen sind der Hook, nur sie zeigt der Feed. Die Headline unter dem Bild bleibt unter 70 Zeichen. Wie der Text zieht, steht beim Copywriting, welches Bild stoppt, bei den Creatives.
- Conversion-Tracking prüfen. Bevor du live gehst: Feuert der Insight Tag (ein kleiner Code auf deiner Website, der Aktionen nach dem Klick misst), ist die Conversion-Aktion definiert? Ohne das startest du blind. Wie du sauber misst, zeigt der Leitfaden zu Tracking und Attribution.
- Launchen und laufen lassen. LinkedIn übernimmt Änderungen immer zum Zeitpunkt Mitternacht UTC, plane neue Anzeigen also für den nächsten Tag. Danach beginnt die Lernphase von ein bis zwei Tagen. Lass mindestens fünf Anzeigen laufen, sonst greift das Frequency Capping (LinkedIn zeigt dieselbe Anzeige derselben Person nur begrenzt oft), und urteile erst nach rund zwei Wochen.
Der langweiligste Tipp spart am meisten Zeit: Benenne Kampagnen und Anzeigen nach einem festen Schema, zum Beispiel Format, Ziel, Angebot, Targeting, Größe, Region. Nach vier Wochen und dreißig Anzeigen findest du sonst nichts mehr wieder. Ein sauberes Naming ab Tag eins hält das Konto auswertbar und macht später jede Optimierung leichter. Wie das Gerüst darüber aussieht, also welche Kampagne in welche Gruppe gehört und wann du umbaust, steht unter Kampagnenstruktur.
Von den acht Kampagnenzielen tragen zwei fast die ganze Arbeit: Lead-Generierung und Website-Besuche. Bei beiden zahlst du pro Klick und holst so die meisten Interaktionen fürs Budget. Engagement lohnt fast nur als Ziel für Thought Leader Ads, und Website-Conversions liefert in der Praxis oft zu wenige Datenpunkte, um sauber zu optimieren. Video-Ansichten nutzt du vor allem, um günstig Retargeting-Pools zu füllen.
Genau das bauen wir mit B2B-Teams auf: kein Agenturmandat, sondern euer eigenes System. Im Coaching gehen wir es gemeinsam durch. Wer lieber selbst loslegt, findet alles im Kurs.
Was sind die häufigsten Setup-Fehler?
- Alles in eine Kampagne. Ohne Trennung nach Funnel-Phase mischst du kalte und warme Zielgruppen und kannst nichts sauber messen.
- Zu früh drehen. Wer nach zwei Tagen alles umbaut, optimiert auf Rauschen. Erst Daten sammeln lassen.
Das Targeting-Playbook
An der Zielgruppe steht oder fällt das ganze Setup. Unsere Targeting-Schritte, die besten Kriterien-Kombinationen und die Ausschluss-Liste liegen kompakt in einem Playbook, mit dem du sie in unter einer Stunde sauber aufbaust.
Nach dem Launch
Kaum eine Kampagne läuft von Tag eins optimal. Der Unterschied zwischen teuren und günstigen Leads liegt in der konsequenten Optimierung Woche für Woche. Wie du die richtigen Hebel in der richtigen Reihenfolge ziehst, zeigt der Leitfaden zum LinkedIn-Kampagnen optimieren. Und wie die einzelne Kampagne ins größere System passt, zeigt der B2B Sales Funnel.
