Das Wichtigste in Kürze

  • CPC: im Schnitt rund 6 € pro Klick, typisch 4 bis 8 €, bei engen Entscheider-Zielgruppen auch 8 bis 15 €.
  • CPM: etwa 34 € pro 1.000 Einblendungen.
  • CPL: 30 bis 150 € für Content-Angebote, 50 bis 200 € für einen warmen Demo-Lead, 400 bis 1.200 € für einen kalten.
  • Sinnvolles Start-Budget: ab 1.500 € / Monat.
  • Lohnt sich in der Regel ab einem Kundenwert von rund 3.000 €.

Die kurze Antwort: LinkedIn ist pro Klick teuer, oft das Drei- bis Vierfache eines durchschnittlichen Klicks bei Google oder Meta. Der Vergleich gilt gegen diesen Durchschnitt, nicht gegen jede Kampagne: Kaufstarke B2B-Keywords in der Google-Suche können im Klickpreis auch über LinkedIn liegen, die Gegenüberstellung dazu steht im Vergleich von LinkedIn Ads und Google Ads, die zum zweiten sozialen Kanal unter LinkedIn Ads vs. Meta Ads. Im B2B kaufst du auf LinkedIn ohnehin keine Klicks, sondern Zugang zu genau den Menschen, die über einen Kauf entscheiden. Ob der Kanal teuer oder günstig ist, entscheidet sich deshalb nicht am Klickpreis, sondern am Wert eines Abschlusses.

Womit rechnet LinkedIn ab?

LinkedIn kennt drei Abrechnungslogiken. Du solltest wissen, welche wann greift:

  • CPC (Cost per Click): Du zahlst pro Klick. Der Standard für Lead- und Traffic-Kampagnen.
  • CPM (Cost per Mille): Du zahlst pro 1.000 Einblendungen. Sinnvoll für Reichweite und Awareness.
  • CPL (Cost per Lead): Kein eigenes Gebot, sondern die Kennzahl, auf die es am Ende ankommt: was dich ein echter Lead kostet.

Ob CPC oder CPM günstiger ist, hängt an deiner Klickrate. Bei einer starken Anzeige mit hoher CTR fährst du mit CPC oft besser, weil du nur für echtes Interesse zahlst. Bei reinen Reichweiten-Kampagnen ist CPM die ruhigere Wahl.

Was kostet LinkedIn Ads wirklich?

Die folgenden Richtwerte stammen aus B2B-Kampagnen im DACH-Raum. Sie sind Orientierung, kein Versprechen. Dein Markt, deine Zielgruppe und dein Angebot verschieben die Zahlen spürbar.

KennzahlDurchschnitt (B2B)Sehr gut
CPC4 bis 8 €1 bis 4 €
CPM~ 34 €< 20 €
CTR Single Image0,4 bis 0,8 %1 bis 3 %
CTR Thought Leader Ad~ 0,95 %> 1,2 %
CPL Content / Leadmagnet30 bis 150 €< 50 €
CPL Demo-Lead (warm / kalt)50 bis 200 € / 400 bis 1.200 €warm < 100 €
Lead-Form-Ausfüllrate~ 10 %> 15 %

Zwei Dinge fallen auf. Erstens ist die Thought Leader Ad das stärkste Feed-Format: Anzeigen über eine echte Person werden deutlich häufiger geklickt als ein klassisches Single Image. Zweitens sagt der CPL ohne Kontext wenig aus. 40 € für eine Checkliste und 400 € für ein Erstgespräch können beide gut oder schlecht sein. Es kommt darauf an, was dahinter passiert. Ob deine eigenen Zahlen im grünen oder roten Bereich liegen, ordnet die Benchmark-Übersicht mit Ampelwerten ein.

Die Rechnung, die zählt

Starre nicht auf den CPC. Rechne rückwärts vom Abschluss. Ein Beispiel: Dein Kundenwert liegt bei 15.000 €, und im Schnitt brauchst du 10 Demo-Anfragen für einen neuen Kunden. Dann darf eine Demo-Anfrage bis zu 1.500 € kosten, und du machst noch keinen Verlust. Ein Klick für 8 € ist in dieser Rechnung kein teurer Klick, sondern ein günstiger Kunde. Wie du diese Rechnung vorab als Forecast aufstellst und intern vorlegst, steht bei der Rechtfertigung vor der Geschäftsführung. Und rechne das Honorar mit: der größte Kostenblock ist im B2B oft gar nicht das Media-Budget, sondern was daneben für die Betreuung anfällt. Ob sich das lohnt, wägt Agentur oder Inhouse ab.

Kurz in eigener Sache

Genau das bauen wir mit B2B-Teams auf: kein Agenturmandat, sondern euer eigenes System. Im Coaching gehen wir es gemeinsam durch. Wer lieber selbst loslegt, findet alles im Kurs.

Wann sich der Return zeigt: die ROAS-Kurve

Der Return on Ad Spend, also der Umsatz je investiertem Euro Werbung, kommt im B2B nicht sofort und schon gar nicht linear. Er folgt einer Kurve, weil der Sales-Cycle lang ist und die ersten Wochen vor allem Daten und warme Zielgruppen aufbauen. Grobe Marktwerte aus B2B-Kampagnen, als Orientierung gedacht, nicht als Garantie:

ZeitpunktROAS (Richtwert)Was gerade passiert
nach 30 Tagen0,3 bis 0,8xDatensammel-Phase. Sieht aus wie Verlust, ist keiner.
nach 90 Tagen0,8 bis 1,5xNähe Break-even. Erste beeinflusste Deals aus Monat 1 schließen.
ab 180 Tagen1,5 bis 3,5xReifes Retargeting, warme Zielgruppen, geschlossene Deals.

Daraus folgt die wichtigste Regel für die Bewertung: Wer die Zahl an Tag 45 zieht, misst gut ein Fünftel des Sales-Cycles, keine schlechte Kampagne. Die durchschnittliche B2B-Kaufreise dauert rund sieben Monate, ein belastbarer ROAS steht deshalb erst nach etwa 180 Tagen fest. Das ist keine Ausrede für Geduld, sondern die Mathematik hinter langen Kaufzyklen. Wie du in dieser Zeit trotzdem erkennst, dass es läuft, obwohl die Zahl noch niedrig ist, zeigt der Leitfaden zum Shadow Funnel.

Wie viel Budget brauchst du zum Start?

Technisch kannst du ab 10 € Tagesbudget loslegen. Sinnvoll testen kannst du ab rund 1.500 € pro Monat. Damit bekommst du genug Daten, um erste Muster zu erkennen und die stärksten Zielgruppen und Angebote herauszufiltern. Mehr Budget beschleunigt das Lernen, nötig ist es zum Start aber nicht. Wie du das Budget planst, auf die Kampagnen verteilst und beim Skalieren sauber hochziehst, vertieft der Guide zur Budgetplanung für LinkedIn Ads.

Plane den ersten Monat als Testphase, nicht als Erfolgsmonat. Lass Formate, Zielgruppen und Leadmagnete gegeneinander laufen, wirf raus, was nicht zieht, und schieb das Budget auf die Gewinner. Ergebnisse werden meist erst ab Woche vier bis sechs stabil, weil die Lernphase Zeit braucht und LinkedIn-Conversion-Daten langsamer eintrudeln als bei Google oder Meta.

Als grobe Peilung fürs Tagesbudget: rechne rund 10 € pro Tag je 10.000 Menschen in deiner Zielgruppe. Bei einer Zielgruppe von 40.000 wären das etwa 40 € am Tag. Ein Hinweis noch, wenn dein Budget klein ist: Lieber das Geld früh ausgeben als dünn über viele Monate strecken. Wer 3.000 € hat, holt mit 1.500 € in Monat eins und zwei mehr heraus als mit 500 € über sechs Monate. Denn je früher du Daten hast, desto früher optimierst du.

Drei Budget-Stufen aus der Praxis

Nicht jedes Budget kann dasselbe leisten. Grob gibt es drei Stufen:

Budget / MonatWas sinnvoll istVoraussetzung
ab ~300 €nur Retargeting oder günstige Text- und Spotlight-Anzeigen für Sichtbarkeitbestehender Website-Traffic
ab ~1.500 €echter Test: kalte Zielgruppen, Leadmagnet, erstes Retargetingklar definierte Zielgruppe
ab ~3.000 €voller Funnel aus Aufmerksamkeit, Nurturing und ConversionAngebot und Follow-up stehen

Wenn du schon planbaren Traffic aus Google oder SEO hast, ist die günstigste Stufe der klügste Einstieg: Retargeting rechnet sich oft schon in den ersten 30 bis 60 Tagen, weil du nur Menschen ansprichst, die dich bereits kennen.

Bevor du startest: die zwei Fragen ums Geld

Ob sich das Budget lohnt, entscheidet sich nicht erst in der Kampagne, und zwei der Fragen davor haben direkt mit Geld zu tun: Trägt dein Kundenwert den hohen Klickpreis, liegt er also bei rund 3.000 € oder darüber? Und kannst du eine Testphase über mehrere Monate durchhalten, in der gelernt und optimiert wird? Die vollständige Prüfliste, von der Zielgruppengröße über das Unternehmensprofil bis zum Product-Market-Fit, steht bei den Voraussetzungen für LinkedIn Ads.

Die eigentliche Ober- und Untergrenze für jede Kampagne liefert dann die Rechnung von oben: Was darf ein Abschluss kosten, gemessen am Deckungsbeitrag (was pro Verkauf nach den variablen Kosten übrig bleibt)? Ein gesundes Verhältnis von Kundenwert zu Akquisekosten liegt bei etwa drei zu eins.

Zum Mediabudget kommt eine zweite Kostenfrage, die in keiner CPC-Tabelle steht: Wer baut den Funnel? Eine Agentur, die dauerhaft übernimmt, läuft als monatliche Position mit, solange sie den Kanal betreut. Eine Begleitung auf Zeit endet, das System bleibt danach im Haus. Was ein LinkedIn Ads Coaching kostet und für wen es sich gegenüber Kurs und Agentur rechnet, steht auf der Seite dazu.

Kostenloser Download

Das Optimierungs-Playbook

Der Lead-Preis ist keine feste Größe, du steuerst ihn. Welcher Wert gut ist und in welcher Reihenfolge du die Hebel ziehst, steht in unserem Playbook: die Benchmark-Ampel, die Reihenfolge der Hebel und die feste Wochenroutine dahinter.

Was den Preis wirklich treibt

  • Wie eng deine Zielgruppe ist: je spitzer der Jobtitel und je höher die Position, desto teurer der Klick. C-Level und enge Jobtitel-Zielgruppen sind am teuersten.
  • Wie gut dein Creative ist: hohe Relevanz und eine starke Klickrate senken die Kosten spürbar. Eine schwache Anzeige zahlt bei jedem Klick drauf.
  • Deine Gebotsstrategie: ein manuelles Maximalgebot hält den CPC im Zaum. Die Einstellung "Maximale Verbreitung" treibt ihn oft nach oben.
  • Wettbewerb in deiner Branche: LinkedIn ist eine Auktion. Stark umworbene Zielgruppen kosten mehr.
  • Dein Angebot: je niedrigschwelliger der Leadmagnet, desto günstiger der Lead. Ein Leadmagnet ist günstiger als eine Demo, bringt aber auch weniger kaufbereite Kontakte.

Ein Blick auf den Markt 2026

Ein Argument gegen den hohen Preis liefert der Markt selbst. Die Klickpreise auf LinkedIn sind zwar hoch, aber deutlich stabiler als bei Google. In der Dreamdata-Auswertung stieg der CPC in der Google-Suche im Jahresvergleich um rund 31 Prozent, auf LinkedIn nur um rund 12 Prozent. LinkedIn gilt aktuell als einer der wenigen B2B-Kanäle mit verlässlich positivem Return. Diese Zahlen sind extern recherchiert und als Orientierung gedacht, nicht als Garantie.

Wann sich LinkedIn Ads nicht lohnen

Rein von den Kosten her gibt es eine klare Grenze: Bei einem Kundenwert unter rund 3.000 € bekommst du die hohen Klickpreise über den Deckungsbeitrag kaum wieder herein. Dann ist ein anderer Kanal der bessere nächste Schritt, nicht mehr Budget. Was sonst noch stehen sollte, bevor du startest, klären die Voraussetzungen für LinkedIn Ads.